21.10.2019
Pietsch tritt als Bürgermeisterkandidat an

Thomas Pietsch ist seit 2014 im Freystädter Stadtrat und war zunächst Mitglied der CSU-Fraktion, bevor er im Januar 2019 zu den Freien Wählern wechselte. Den Schritt begründete er mit der persönlichen „Unzufriedenheit und dem Nichtstun“. Er habe dies bei der CSU öfters angesprochen, sei aber nicht erst genommen worden, so Pietsch. Der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Matthias Penkala resümierte die vergangenen fünfeinhalb Jahre im Stadtrat: „Viele Projekte sind angesprochen worden, aber über die Planungsphase hinaus ist der Bürgermeister mit seiner Mehrheitsfraktion selten gekommen.“ Als Beispiel führte er das Baugebiet am Badgraben an, bei dem nicht alles rundgelaufen sei oder auch der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze in der Großgemeinde. Hier hätte man sich das Geld für die teure Containerlösung sparen können, wenn man den Bedarf rechtzeitig ermittelt hätte. Penkala schlug letztlich Thomas Pietsch als Bürgermeisterkandidaten vor. Er attestierte ihm „Rückgrat, weil Mumm dazu gehört, die Partei und Fraktion zu wechseln“. Außerdem habe er als Postzusteller das Ohr am Bürger und wisse, wo der Schuh drückt.

Bei der anschließenden Wahl wurde Pietsch vom Ortsverband einstimmig als Kandidat nominiert. Matthias Penkala sicherte ihm die vollste Unterstützung zu, sagte aber auch, dass die nächsten Monate nicht einfach werden würden. Auch der Kreisvorsitzende Günter Müller lobte Pietsch als einen Mann, „der für die Kommunalpolitik brennt. Eine der wichtigsten Eigenschaften für einen Freien Wähler und Bürgermeister.“

Auf der Agenda des Bürgermeisterkandidaten steht die Schaffung von Wohnraum für Familien. Hier bevorzugt er zudem ein Einheimischenmodell, damit freie Grundstücke in erster Linie Ortsansässigen zur Verfügung stehen. Zudem möchte er sich für einen bedarfsgerechten und rechtzeitigen Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten einsetzen, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt ihm sehr am Herzen. „Teure Containerlösungen bei Kindergärten, weil der Bedarf nicht ermittelt worden ist, darf es nicht mehr geben.“ Der Kinder- und Jugendplan, welcher gemeinsam mit dem Kreisjugendring entwickelt worden ist, muss nun mit Leben gefüllt werden. Pietsch befürwortet einen Jugendtreff in Freystadt, betonte aber auch, dass „die Dörfer nicht vergessen werden dürfen.“ Als Bürgermeister wolle er zudem alle Fraktionen mehr in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

Gastredner des Abends war der parlamentarische Geschäftsführer der FW-Landtagsfraktion Dr. Fabian Mehring. Er betonte, dass die Freien Wähler im Landtag auf pragmatische Lösungen und Menschenverstand setzen statt auf Ideologien von links oder rechts. Die Politik der bürgerlichen Mitte soll auch weiterhin Zielrichtung auf Landes- und Kommunalebene bleiben.